Den Wurzeln treu geblieben
Nierlich GmbH: in der Region unterwegs

Was in Deutschland der Fussball, in Amerika Foot- oder Basketball ist, ist in Österreich bekanntlich der Skisport. Die Heldinnen und Helden auf Schnee und Eis geniessen in der Alpenrepublik höchstes Ansehen, wenn sie mit Medaillen von Wettkämpfen heimkehren. 

Für einen Nichtösterreicher ist es dennoch überraschend, wenn der Wirt einer Gaststätte in der Wachau ohne Zögern sagt: «Ja, den kenne ich auch noch!», nachdem man ihm erzählt hat, am folgenden Tag für eine Reportage zur Familie Nierlich nach St. Wolfgang im Salzkammergut zu fahren. Günther, den Chef des Transportunternehmens, kennt der rührige Gastronom nicht, aber dessen Bruder Rudi, der seine Landsleute vor über 30 Jahren mit drei Weltmeistertiteln beglückte und kurze Zeit nach dem dritten WM-Gold bei einem Autounfall ums Leben kam, ist ihm ein Begriff.

In einer Geschichte über einen Transportunternehmer erst einmal dessen berühmten Bruder zu erwähnen, mag verwundern. Doch an Rudi Nierlich erinnern sich auch über 30 Jahre nach seinem Unfalltod noch viele Menschen in Österreich. Zudem ist er in der Firma präsent. In Günther Nierlichs Büro steht auf dem Fensterbrett unter anderem der schöne WM-Pokal von 1991 aus geschliffenem Bleikristallglas, an der gegenüberliegenden Wand hängen etliche Autogrammkarten und Erinnerungsfotos von der Skilegende. In einigen Jahren wird sogar ein Rudi Nierlich das Unternehmen führen, so ist es jedenfalls geplant. Günther Nierlichs 24-jähriger Sohn heisst wie sein verstorbener Onkel, studiert Umweltingenieurswissenschaften in Wien und hat vor vier Jahren den Lkw-Führerschein gemacht. Seitdem fährt er, wann immer es seine Zeit erlaubt, im Familienbetrieb. 

Kommunal unterwegs
Gegründet wurde das Unternehmen 1927 und ist seinen Wurzeln seitdem immer treu geblieben. Damals holten die Vorfahren von Nierlich mit einem Pferdewagen den Müll ihrer Mitbürger ab. Heute beschäftigt sich das Unternehmen zu einem grossen Teil mit (kommunalen) Entsorgungsaufgaben sowie Recycling. Im Einsatz sind Müllsammler sowie Lastwagen mit Aufbauten zum Kanalspülen und Hakenlift für den Transport von Rollcontainern. Dazu kommen einige Kipperfahrzeuge für den Transport von Schotter, Gestein und Baustelleinsätze. Der gesamte Fuhrpark ist im Regionalverkehr unterwegs: «Unser wichtigstes Einzugsgebiet ist das Gebiet um St. Wolfgang, Fuschl, Ischl und Gosau», erklärt Nierlich. Was in etwa einem Radius von 40 Kilometern um den Firmenstandort entspricht. Gewissermassen ein Ausreisser war kürzlich eine Baustelle auf der Westautobahn A1 (Wien – Salzburg), auf der auch die Vierachser von Nierlich zum Einsatz kamen.

Freude am Fahrzeug
Günther Nierlich gehört zu den neuen Kunden von IVECO. Er wollte eine Probe-fahrt mit einem neuen IVECO T-Way machen und entschied sich nach der Runde mit dem Kippsattelfahrzeug spontan, um ein Testfahrzeug zu bitten. Passend zu Fuhrpark und Einsatzspektrum erhielt er einen Vierachser, den er eine Woche lang testen konnte. Er zählt zu den Unternehmern, die sich immer wieder auch selbst ans Steuer setzen. «Sonst können einem die Fahrer alles erzählen», sagt er lachend. Sein Fazit: «Wir waren rundum begeistert.» Später waren Nierlich und sein Fahrer verwundert, denn nach der Bestellung wurde ein Fahrzeug geliefert, «das genauso ausgestattet war wie der Vorführer. Sonst sind die Vorführtrucks meist top ausgestattet, die gelieferten Fahrzeuge eher basic. Bei IVECO waren beide Modelle absolut identisch.

»Der Vierachser steht an einem gewöhnlichen Werktag natürlich nicht auf dem Firmengelände etwas ausserhalb von St. Wolfgang. Der Chef nimmt uns mit zu seinem Fahrer, der den IVECO T-Way über die engen und steilen Strassen eines Wohngebiets bis an den Ortsrand von St. Gilgen gefahren hat und dort auf einem holprigen Feldweg zwischen Bäumen und Gebüsch parkt. Oberhalb steht ein kleiner Bagger und schaufelt mit vielen Gesteinsbrocken vermischtes Erdreich auf den Meiller-Kipper. Zwei Kunststoffschläuche liegen neben der Baustelle. «Der eine ist fürs Wasser, der andere ist fürs Bier», feixt der Baggerfahrer. Weil an dem Hang kein Platz ist, um den ganzen Aushub zu deponieren, dient der IVECO als Zwischenlager. Während sich der Baggerfahrer und sein Gehilfe weiter an der neu zu verlegenden Wasserleitung zu schaffen machen, hat Martin Pöllmann Zeit, von den Erfahrungen mit dem Vierachser, den er seit vergangenem Herbst fährt, zu berichten.

„Bei IVECO waren beide Modelle absolut identisch.“

 Günther Nierlich,
 Geschäftsführer Nierlich GmbH


Gut Ding braucht Weile
«Ich musste mich auch erst umgewöhnen», gibt der 50-Jährige zu, der – mit einer Pause von 10 Jahren – seit seinem 20. Lebensjahr Lkw fährt. Schon sein Vater, sagt Pöllmann, sei bei Nierlich gefahren. Auch Nierlichs Mitarbeiter hat an dem neuen Vierachser nichts auszusetzen. Der erste Einsatz war für Fahrer und Truck gleich ein richtiges Abenteuer: «Wir hatten eine Baustelle auf einer Alm, da musste ich erst einmal eineinhalb Stunden den Berg hochfahren. Zum Teil über ziemlich matschige Wege», erinnert sich der Lkw-Fahrer. «Aber dadurch habe ich schnell gelernt, wie der Geländemodus funktioniert, bei dem der Motor deutlich höher dreht, bevor das Getriebe schaltet.» Bei einigen Funktionen musste Pöllmann den Service in Eugendorf anrufen, der ihm zum Beispiel erklärte, wie man das Navi für «normale» 40-Tonner, das bei einem Job hoch droben auf einer Alm keinen Sinn hat, ausschaltet. Nachdem Nierlichs Mitarbeiter noch den überraschend kleinen Wendekreis, Bedienfeld, Fahrerhausaufhängung und -komfort mit dem Worten «passt ois» (für Nichtösterreicher: passt alles) gelobt hat, fällt ihm doch noch ein Punkt ein, bei dem er sich eine andere Lösung wünschen würde: Der 290-Liter-Tank sei für seine Einsätze zu klein, ein 400-Liter-Tank würde zwei Tage lang reichen. Aber da aufgrund von Radstand und Ad-Blue-Tank schon jeder nutzbare Zentimeter verbaut ist, weiss Pöllmann auch, dass der voluminösere Tank nicht zu realisieren ist. 

Erfolgreich im westlichen Teil Oberösterreichs
Derzeit muss sich die Nutzfahrzeugindustrie bekanntlich mit vielen Problemen beschäftigen. Umso erfreulicher ist es, wenn Alexander Wallner über seine Arbeit berichtet. Wallner ist als Verkaufsberater Medium/Heavy in der IVECO Niederlassung in Eugendorf stationiert und betreut von dort aus auch Günther Nierlich. Beim gemeinsamen Termin mit dem Unternehmer berichtet Wallner, dass IVECO mit den neuen Modellen in seiner Verkaufsregion sehrerfolgreich sei: «Wir bekommen von den Kunden viel positive Resonanz undschaffen es nicht zuletzt durch die Mundpropaganda und viele neue Fahrzeuge auf der Strasse, an Unternehmen zu verkaufen, die bislang keine Lkw von IVECO im Fuhrpark hatten.» Bisungefähr Mitte des Jahres konnte Wallnerdie Verkaufszahlen des Vorjahres so bereits toppen. In seinem Verkaufsgebiet, das die Bezirke Ried, Braunau, Gmundenund Vöcklabruck umfasst, hatte er bis dahin im Vergleich zum Gesamtjahr 2021 schon ein Plus von knapp 15 Prozent erreicht. 

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